Organisatorisches
1. Grundsätzliches
Der zentrale Gedanke im IVF-Konzept des Lindenhof-Teams ist eine für
die Paare angenehme Gestaltung des Therapieverlaufes, unter Wahrung bestmöglicher
Behandlungsresultate. So ist es vor allem für die Patientinnen oft wesentlich
weniger aufwendig, Vorabklärungen und Kontrolle der Stimulations- und
Lutealphase in der ihnen vertrauten Stammpraxis vornehmen zu lassen. Damit
aber die Behandlungsqualität durch den erhöhten logistischen Aufwand
nicht leidet, sind einige organisatorische Punkte von grösster Bedeutung:
- Die Einleitung einer Down-Regulation und die Aufnahme der Stimulationsbehandlung
darf nur nach Rücksprache mit dem entsprechenden ärztlichen Teammitglied
begonnen werden.
- Essentiell ist eine gute und enge Kommunikation. Mit Vorteil sind
uns nebst Telefon und Fax auch eventuelle Geheimnummern bekanntzugeben,
die selbstverständlich vertraulich behandelt werden.
- Vor allem in der Anfangsphase der Zusammenarbeit mit unserem Team
ist es sinnvoll, dass die abschliessende Stimulationskontrolle/Follikulometrie
vor der Ovulationsinduktion mit HCG durch das gewählte ärztliche
Teammitglied vorgenommen wird. Dadurch wird sichergestellt, dass die Follikel
die erfahrungsabhängig optimale Grösse zur Ovulationsinduktion erreichen.
Dieses Vorgehen hat einerseits den Vorteil, dass sich die Behandlungspartner
in der Follikulometrie gut koordinieren, andererseits kann der die Follikelpunktion
vornehmende Arzt sich auf allfällige Schwierigkeiten beim Eingriff einstellen
(z. B. kompliziert liegende, adhärente Ovarien). So ist auch gewährleistet,
dass sich das Paar und der gewählte Arzt des IVF-Teams frühzeitig
kennenlernen.
- Wegen der sehr schlechten Erfolgschance (statistisch gesehen deutlich
unter 1%) behandeln wir keine Patientinnen, die älter als 43 Jahre sind.
- Männlicherseits ist die altersmässige, obere Grenze bei 55
Jahren angelegt, mit der Begründung der gesetzlichen Grundlagen.
- Prinzipiell werden maximal 2 Embryonen zurücktransferiert. Durch
den Transfer von 3 oder mehr Embryonen kann die Erfolgschance nur relativ
geringfügig verbessert werden, jedoch wächst das höhergradige
Mehrlingsrisiko unverhältnismässig an.
2. Therapieorganisation
Das Zentrum der IVF-Behandlung am Lindenhofspital bildet das IVF-Labor,
geführt durch Herrn P. Glanzmann. Ärztlicherseits in direktem Kontakt
mit dem Labor stehen zur Zeit Dres. Frau E. Berger-Menz, B. von Fischer,
H. R. Linder und R. Moser-Hässig. Für spezielle andrologische Probleme
sind im Team die Urologen Dres. A. Lenzin, S. Graber und D. Böhlen zuständig.
Ausserdem ist dem Team die Psychologin Frau Dr. M. Christen Notter angegliedert.
Wie in nachstehender Grafik dargestellt, steht es interessierten Praktikern
frei, nach koordinierender Rücksprache mit einem ärztlichen Team-Mitglied,
Teile der Behandlung zu übernehmen.
Synopsis der IVF-Behandlung