Die kontrollierte ovarielle Hyperstimulation

Nach Meldung der erfolgreichen Down-Regulation wird die ärztliche Kontaktperson aus dem IVF-Team Lindenhofspital ein konkretes Datum zur Stimulationsaufnahme vermitteln.

Die Wahl des Stimulationsmedikamentes und dessen Dosierung ergibt sich aus folgenden Richtlinien:


Die Stimulationsüberwachung / Follikulometrie / Endometriumsmessung


Die Follikulometrie muss mittels Vaginalsonographie vorgenommen werden. Die Ausmessung der Follikel geschieht nach folgenden Prinzipien (vgl. auch Skizze):




Der Durchschnittswert des Follikels wird nun als Strich im entsprechenden Häuschen des Stimulations-Kontrollblattes vermerkt (vgl. Musterblatt). Der Einfachkeit halber müssen nur Follikel mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 12 oder mehr mm genau registriert werden. Die kleineren Follikel können auf dem Protokollblatt summarisch, aber seitengetrennt eingetragen werden. Eine erste Kontrolle empfiehlt sich ca. am Tag 6 (nach 5 Injektionsbehandlungen). Zu diesem Zeitpunkt sind meist kaum grössere Follikel auszumachen. Man kann aber gut die Anzahl der zu erwartenden angeregten Follikel abschätzen. Auch ist es hier möglich, ein sich anbahnendes eventuelles Hyperstimulationssyndrom bereits frühzeitig zu erkennen..

Bei einer angenommenen maximalen Wachstumsgeschwindigkeit der Follikel von 2mm/d (bezogen auf den mittleren Durchmesser) ergibt sich dann die Bestimmung des nächsten Kontrolltermines, wenn Follikel von 18 mm oder mehr nicht verpasst werden wollen. Misst man  beispielsweise am Tag 6 die follikuläre Spitzengruppe um 12mm, empfiehlt es sich, ca. 3 Tage später wieder eine Messung vorzunehmen. Die Wachstumsgeschwindigkeit ist initial aber meist langsamer als 2 mm/d, es geht aber darum, den optimalen Zeitpunkt der Ovulationsinduktion nicht zu verpassen. Als Hilfe für die Follikulometrie und auch als Koordinationshilfe dienen uns die beiliegenden Abbildungen hyperstimulierter Ovarien.

Hat der grösste Follikel in seinem mittleren Durchmesser 16 bis 18 mm erreicht wird die Patientin dem ärztlichen Teammitglied zur abschliessenden Kontrolle der ovariellen Hyperstimulation zurückgewiesen. Die Einschätzung der optimalen Follikelgrösse (und damit der optimalen Eizellreife) benötigt sehr viel Erfahrung und enge Zusammenarbeit mit dem Labor.

Das Endometrium wird definitionsgemäss in seiner ganzen, d. h. doppelten Breite gemessen, Zielbreite ist > 9mm. Gewisse morphologische Unterschiede des Endometriums (3-schichtig, Homogenität, Echodichte) haben sich in praktischen Belangen als wenig bedeutend erwiesen.







Beispiele zur Follikulometrie

<<Klassischer>> Follikel
Rechteck: Seitenparallel messen
Rhombus: Seitenparallel durch Zentrum
Cave Trennwand: 2 kleine, nicht 1 grosser Follikel
Komplexere Formen durch gegenseitige Impression: Oft muss geschätzt werden

Beispiele zur Endometriumsentwicklung

Post menstruationem
Nach Stimulationsbeginn: 3-schichtiger Aufbau
Aufgebaut, schwer abgrenzbar
3-schichtig voll aufgebaut
Homogen, gut abgrenzbar aufgebaut
Beachte CK-Verlauf! (ET ev. schwierig)

Cave

Cave PCO: Stimulation vorsichtig dosieren, Dosissteigerung nicht zu früh, E2-Verlauf beobachten
Cave Hyperstimulation: Je nach E2-Verlauf ev. Zyklus abbrechen
Cave Hyperstimulation in Lutealphase: Ev. HCG reduzieren, Wechsel auf Progesteron vaginal




Ovulationsinduktion

HCG (Profasi, Pregnyl) 10’000 E. im. oder s.c. (je nach Produkt) oder rHCG (Ovitrelle) 250 µg s.c. in der Regel um 22.00 Uhr (= Zeitpunkt 36 Stunden vor Follikelpunktion), genauen Zeitpunkt jedoch wiederum nach Rücksprache mit dem IVF-Team Lindenhofspital festlegen.

Der Tag nach der Ovulationsinduktion bedeutet für die Patientin eine Behandlungspause. Mit Vorteil wird sie darauf aufmerksam gemacht.