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Der Auftauzyklus (Kryozyklus)
Aus den Laborprotokollen geht hervor, wieviele befruchtete Eizellen (Zygoten) kryokonserviert werden konnten. Wieviele davon dem Paar noch für weitere Auftauzyklen zur Verfügung stehen, kann zudem jederzeit aus der Labor-Datenbank erfragt werden.
Ist ein Stimulationszyklus erfolglos verlaufen, kann das Paar frühestens
nach 2 Monaten auf die kryokonservierten befruchteten Eizellen zurückgreifen.
Da nurmehr das Endometrium stimuliert werden muss, gestaltet sich der Auftauzyklus
gegenüber dem Stimulationszyklus wesentlich einfacher. Grundsätzlich
können verschiedene Wege beschritten werden:
ET innerhalb eines Nativ-Zyklus
(Pat. mit funktionell guten Zyklen):
ET in stimuliertem Zyklus (Pat. mit Anovulation):
Prinzipiell identisches Vorgehen wie im Nativ-Zyklus, die Follikelreifung
und damit die Endometriumsstimulation wird jedoch z. B. mit FSH unterstützt,
im Sinne einer monofollikulären Stimulation, ET-Timing wie oben.
Von einer Clomifen-Stimulation ist nach unserer Erfahrung eher abzusehen,
da sich die antiöstrogene Wirkung oft negativ auf die Endometriumsentwicklung
auswirkt.
Sind die Eileiter durchgängig, besteht prinzipiell höhergradiges
Mehrlingsrisiko.
ET nach Down-Regulation und Endometriumsaufbau mit Progynova und Utrogestan:
Hat eine Patientin einen funktionell ungenügenden Zyklus, der auch
mit FSH nicht optimiert werden kann, muss ein künstlicher Zyklus gestaltet
werden.
Vorgehen
Gem. nachstehendem Protokoll kann mit Progynova Dr. à 2mg der Endometriumsaufbau
vorgenommen werden. Tag 1 ist der Tag der ersten Progynova-Einnahme. Die Patientinnen
sind auf die wechselnden Dosierungen aufmerksam zu machen. Am Tag 11
oder 12 des Protokolls wird die Dicke des Endometriums gemessen. Diese sollte
mindestens 9–10mm betragen. Ist dies nicht der Fall, werden noch einige (3–5)
Tage 12 eingeschaltet (12a, 12b,...) und danach die Endometriumsdicke eneut
bestimmt. Ist die Zielgrösse von 9 oder mehr Millimetern erreicht, kann
das im Protokoll vorgesehene Utrogestan vaginal zugeführt werden. Der
ET ist für Tag 16 oder 17 vorzusehen.
Nach dem ET geht die Medikation in einer Dosierung entsprechend Tag 17 weiter
bis zum Tag 30, an dem der Schwangerschaftstest (Serum-b-HCG) durchgeführt
werden kann. Jeder positive Wert sollte weiterverfolgt werden. Die Pogynova
/ Utrogestan-Medikation ist im Falle einer Schwangerschaft bis zur 12. Woche
weiterzuführen.
Organisatorisches zum Auftau-Zyklus
Das für die Patientin zuständige Mitglied des IVF-Teams informiert das IVF-Labor mindestens drei Tage vor dem geplanten Embryotransfer über den Zeitpunkt.
Einen Tag vor dem geplanten Embryotransfer werden in den meisten Fällen zwei der kryokonservierten Zygoten aufgetaut und auf ihre Vitalität beurteilt. Sind die aufgetauten Zygoten nicht mehr vital, werden nach Möglichkeit weitere Zygoten aufgetaut und beurteilt. Sind die Zygoten morphologisch unauffällig, werden sie für weitere 24 Std. im Brutschrank inkubiert und am folgenden Morgen beurteilt.
Die Patientin kann sich 2–3 Std. vor dem geplanten Embryotransfer im IVF-Labor über die Qualität der Embryonen informieren (Tel. 031/300 95 41). Bei dieser Gelegenheit wird auch die genaue Transferzeit festgelegt. Kurz vor dem Embryotransfer werden die Embryonen erneut beurteilt und anschliessend transferiert.
Die Überlebensrate nach Kryokonservation und Auftauen beträgt
ca. 70%. Die zu erwartende Schwangerschafts-Rate ist tiefer als beim Transfer
von «frischen» Embryonen und liegt bei ca. 20% - 25%. Gleichzeitig
wird auch eine erhöhte Abortrate beobachtet.
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