Sehr geehrtes Paar

Als Behandlungsmöglichkeit steht uns die Methode der In-Vitro-Fertilisation seit 1978 zur Verfügung. In England ist es zu dieser Zeit erstmals gelungen, mit einer ausserhalb des Körpers zur Befruchtung gebrachten menschlichen Eizelle eine Schwangerschaft zu erreichen. Geboren wurde schliesslich das Mädchen Louise Brown, das erste Kind, dessen Leben sozusagen im Reagenzglas begann. Seither hat die Behandlungsmethode starke Verbreitung gefunden und insgesamt sind bis heute dadurch weltweit mehrere hunderttausend Kinder geboren worden. In der Schweiz wird die In-Vitro-Fertilisationstherapie in ca. 20 Kliniken angeboten, seit dem 1. April 1997 auch im Lindenhofspital Bern. Unser Team setzt sich aktuell aus einer Ärztin und drei Ärzten, einer Psychologin und zwei Mitarbeitenden im Labor zusammen. Pro Jahr führen wir gemeinsam ca. 650 Behandlungszyklen durch..

Mit vorliegender Informationsschrift möchten wir Ihnen das Vorgehen bei einer In-Vitro-Fertilisations-Behandlung erläutern und Sie mit den einzelnen Schritten vertraut machen. Viele Informationen sind allgemein gehalten, einige Angaben beziehen sich spezifisch auf die Verhältnisse in unserem Privatspital und können vom Vorgehen in anderen Kliniken abweichen. Bitte nehmen Sie sich Zeit zum Studium der Unterlagen und scheuen Sie sich nicht, bei Unklarheiten Ihre Ärztin / Ihren Arzt oder jemanden aus dem IVF-Team des Lindenhofspitals zu kontaktieren. Wir sind überzeugt, dass wenn Sie die einzelnen Therapieschritte gut verstehen, Ihnen während einer allfälligen Behandlung viele unnötige Ängste erspart bleiben. Und sollten Sie sich gegen eine IVF-Therapie entscheiden, ist es in jedem Fall besser, wenn Sie dies in genauer Kenntnis der Methode tun.

Die im Lindenhofspital angebotene In-Vitro-Fertilisationstherapie ist auch auf die Ärztinnen und Ärzte in der Praxis ausgerichtet. Das heisst, Ihre Gynäkologin / Ihr Gynäkologe kann, soweit gewünscht, Vorabklärungen, Teile der hormonellen Stimulationstherapie, sowie die Nachbetreuung in der Ihnen vertrauten Praxis durchführen. Ein kurzer, ambulanter Aufenthalt im Lindenhofspital ist für die Patientin nur an je 2 Tagen erforderlich.

Soweit einige grundsätzliche Informationen und Gedanken. Bitte beachten Sie, dass diese Broschüre nur eine Ergänzung zum ausführlichen und individuellen Orientierungsgespräch ist und dieses in keinem Fall ersetzt. So betrifft die ungewollte Kinderlosigkeit viele weitere Paaraspekte, eventuell ist auch an eine begleitende psychologische Betreuung zu denken. Notieren Sie sich alle beim Durchlesen der Schrift auftauchenden Gedanken, Anregungen und Fragen, deren Diskussion ist auch uns sehr wichtig.