Die Vorabklärungen

Da in verschiedener Hinsicht die In-Vitro-Fertilisations-Therapie eine weiterführende Behandlung ist, müssen vorgängig sowohl bei der Frau wie auch beim Mann zusätzliche Abklärungen gemacht werden. Grundsätzlich möchten wir Ihnen damit grösstmögliche Sicherheit während der Behandlungsphase bieten, andererseits muss auch frühzeitig für die Schwangerschaft und das kindliche Wohl vorgesorgt werden.

Beim Mann

umfassen die Vorabklärungen ein Spermiogramm, das nicht älter als 6 Monate sein soll. Ist die Spermienqualität sehr schlecht, empfehlen wir zusätzlich eine Untersuchung der Chromosomen (inkl. Partnerin), da gewisse Veränderungen am Erbgut sich auch in der Samenqualität zeigen können. Sind die Spermien zudem in der Zahl stark vermindert, muss die Vorabklärung auch die Untersuchung der Chromosomen beinhalten, um unter anderem eine Veranlagung zur Vererbung der Mukoviszidose auszuschliessen. Die Mukoviszidose ist eine hierzulande relativ häufig auftretende Erbkrankheit, die eine Eindickung des Sekretes der Schleimhäute bewirkt, was vor allem für die Funktion von Lunge und Bauchspeicheldrüse sehr einschneidend ist.

Da in der Laborphase der Behandlung Eizellen und Spermien zueinander gebracht oder sogar vereinigt werden, müssen wir sicher sein, dass wir keine Infektionskrankheit übertragen. Wir werden deshalb vorgängig das Blut auf Hepatitis B und C (virale Leberinfektionskrankheiten) sowie auf das AIDS-Virus untersuchen.

Bei der Frau

werden die eben erwähnten Blutuntersuchungen auf bestimmte Infektionserkrankungen selbstverständlich auch vorgenommen. Des weiteren sind aus dem Blut noch Hormonanalysen vorgesehen, die wichtige Hinweise zur Dosierung der Stimulationsbehandlung geben. Wegen dem Eingriff zur Eizellentnahme benötigen wir die Blutkonzentration (Hämoglobin) sowie wichtige Werte der Blutgerinnung (Thrombozyten, Quick).

Zur Lagebestimmung der Gebärmutter und der Eierstöcke wird eine Ultraschalluntersuchung von der Scheide her durchgeführt (Vaginalsonographie). Eine weitere wichtige Untersuchung im Vorfeld der IVF-Behandlung ist die genaue Abklärung der Verhältnisse im Gebärmutterhalskanal. Ist er gut durchgängig, wird das später beschriebene Rückverlegen der Embryonen einfach, sollte er jedoch von komplizierter Struktur sein, müssen eventuell Spezialinstrumente bereitgestellt werden.

Selbstverständlich werden soweit wie möglich alle bereits bestehenden Resultate aus früheren Untersuchungen mitberücksichtigt, wir werden unsere Voruntersuchungen nötigenfalls nur vervollständigen.